Akustik

Wenn Lärm krank macht

Man muss nicht an einem Presslufthammer (100 Dezibel) oder Flugzeugtriebwerk (120 dB) arbeiten, um unter Lärmbelästigung zu leiden: Bereits Geräusche ab 30 dB können als belästigend empfunden werden.

Dieser Pegel wird schon in Einzelbüros erreicht, noch lauter wird es in Konferenzräumen, Großraumbüros, bei Publikumsverkehr und in industriellen Arbeitsstätten:

 

 Geräuschquelle

Schalldruckpegel (dB)

 Düsenflugzeug

120

 Presslufthammer, Diskothek

100

 Starker Straßenverkehr

80 

 Industrielle Arbeitsstätten,
 belebtes Büro

65 - 70

 Großraumbüro

35 - 45

 Einzelbüro

30 - 40

 Konferenzraum 

30 - 35

 

Hinzu kommt, dass unser Gehör stark auf Frequenzen reagiert – vor allem auf den Frequenzbereich der menschlichen Sprache, also zwischen 250 und 2.500 Hertz.

 

Die Nachhallzeit: dumpf, schrill, spitz – oder perfekt?

Die Nachhallzeit ist sozusagen die akustische Visitenkarte eines Raumes. Denn der Nachhall wirkt sich direkt auf die Sprachverständlichkeit aus: Klingt ein Sprecher zum Beispiel verwaschen oder wird sein Text zu schnell geschluckt, ist eine zu lange bzw. zu kurze Nachhallzeit schuld:

 

Nachhallzeit
bei TIEFEN Frequenzen

Nachhallzeit
bei HOHEN Frequenzen

Subjektiver Klang
der Sprache

zu lang

zu lang

verwaschen,
schwer verständlich

zu lang

zu kurz

dumpf,
aber gut verständlich

zu kurz

zu lang

spitz, schrill, klirrend, schwer verständlich

zu kurz

zu kurz

trocken,
aber gut verständlich

 

 

Hier einige Beispiele für empfehlenswerte Nachhalllzeiten in unterschiedlichen Räumen:

 

 Raumtyp

 empfohlene Nachhallzeit

 Büroraum

 0,5 – 0,8 Sekunden (je nach Größe)

 Konferenzraum

 0,8 – 1,2 Sekunden (je nach Größe)

 Schulungsraum, mittelgroß

 0,6 Sekunden

 Konzertsaal für klassische  Musik

 rund 1,5 Sekunden

 

 

Technische Empfehlungen zur Schallabsorption

Der Verein Deutscher Ingenieure empfiehlt in der VDI 2569 („Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro“) folgende maximale Hintergrundgeräuschpegel:

 

Einzelbüros:                    30 – 35 dB

Mehrpersonenbüros:    30 – 45 dB

Besprechungsräume:    30 – 35 dB

 

Die DIN 18041 („Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen“) gibt ebenfalls eine Empfehlung zur Schallabsorption:

 

 Raumtyp

  •  Call Center und Büros mit starkem Kommunikationsverkehr
  •  Lesesäle / Bibliotheken
  •  Werkräume
  •  Verkaufsräume

 Absorberklasse /  Absorberleistung

 A
 „höchst  absorbierend“

 αw =
 1,00 – 0,90

 B
 „höchst  absorbierend“

 αw =
 0,85 – 0,80

 C
 „hoch  absorbierend“

 αw =
 0,75 – 0,60

 D
 „absorbierend“ 


 αw =
 0,55 – 0,30

 Zu belegende Raum- bzw.    Wandfläche

 90% - 100%

 110%

 120% - 150%

 160% - 200%

 

 

 Raumtyp

  •  Mehrpersonen- oder Großraumbüros mit Büromaschinen
  •  Operationssäle, Krankenzimmer
  •  Schalterhallen
  •  Bürgerbüros

 Absorberklasse /  Absorberleistung

 A
 „höchst  absorbierend“

 αw =
 1,00 – 0,90

 B
 „höchst  absorbierend“

 αw =
 0,85 – 0,80

 C
 „hoch  absorbierend“

 αw =
 0,75 – 0,60

 D

 „absorbierend“ 

 α=
 0,55 – 0,30

 Zu belegende Raum- bzw.  Wandfläche

 70% - 80%

 80% - 90%

 90% - 120%

 130% - 200%

 

 

 

Wie erreicht man eine ideale Raumakustik?

 

SCHRITT 1: Die grundlegende Absorption 

Analyse, welche Flächen sich nutzen lassen, um Schall effizient zu absorbieren: 

  • Steht die Deckenfläche (voll oder anteilig) zur Verfügung? 
  • Können ergänzend Wandpaneele installiert werden? 
  • Können Möbeloberflächen die Absorption im Raum unterstützen?

 

SCHRITT 2: Auswahl und Platzierung akustisch hochwirksamer Materialien 

Eine ausreichende Absorptionsfähigkeit des Raumes ist Grundvoraussetzung jeder gelungenen akustischen Raumplanung. 

  • Eine mangelnde Absorption lässt sich durch andere Maßnahmen (z.B. Abschirmung) kaum kompensieren. 
  • Für eine akustische „Grundversorgung“ bietet sich die vollflächige Belegung der Decke mit Absorptionsmaterial an.

 

SCHRITT 3: Direktschallunterbrechung durch Abschirmung 

Um bereits auf kurzen Distanzen eine Reduzierung von visuellen und auditiven Störungen zu erreichen, ist eine effiziente Abschirmung der Arbeitsplätze unverzichtbar: 

  • Zusätzlich zu absorbierenden Deckenflächen ist die Anwendung von streuenden Elementen oder absorbierenden Wandflächen sinnvoll. 
  • Streukörper führen zu einer effizienteren Nutzung der Akustikdecke und verbessern dadurch die akustische Atmosphäre.