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Ratgeber

Büroplanung Ratgeber – Tipps vom Fachmann

Sie planen gerade die Neumöblierung Ihrer Büroflächen oder einen Neubau? Unser Ratgeber bietet Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Aspekte einer Büroplanung. Nur durch eine ganzheitlich durchdachte Planung werden Sie mit dem Ergebnis langfristig zufrieden sein. Sie wollen doch im Nachhinein nicht sagen müssen: „Hätten wir nur damals ...“?

Für eine professionelle und kompetente Planung gibt es viele gute Gründe. Die wichtigsten Anreize unserer Kunden sind in der Regel folgende:

  • Flächeneffizienz: Durch Desksharing und effizient geplante Flächen können bis zu 20 % mehr Mitarbeiter auf der gleichen Fläche untergebracht werden als bei einer konventionellen Planung.
  • Bedenken Sie auch: Eine Büroraumplanung hat heute nicht nur ergonomische Aspekte. Wenn Mitarbeiter sich in Ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen, steigt die Leistungsbereitschaft - dies ist wissenschaftlich nachgewiesen. 
  • Des Weiteren wird das Werben um hoch qualifizierte Mitarbeiter oft nicht nur durch harte Faktoren wie das Gehalt entschieden, sondern auch durch weiche Faktoren wie gut geplante Arbeitswelten.

 

call to action

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1. Raumplanung - Wie Sie Räume richtig planen

Bevor es mit der Bürogestaltung losgehen kann, ist es wichtig, sich einen Überblick über die räumlichen Gegebenheiten zu verschaffen. Erst nach der Einteilung in unterschiedliche Funktionsflächen sollte mit der Planung und der Suche nach IT-Infrastruktur, Einrichtung und passenden Büromöbeln begonnen werden.

1.1  Einteilung der Räumlichkeiten nach Verwendungszweck

In der Regel beginnt die Planung der Räumlichkeiten mit einem Raumprogramm.

Der Nutzer legt mit dem Planer fest, welche Funktionsflächen wo im Gebäude untergebracht werden sollen.

Das Wichtigste ist die Anzahl der Arbeitsplätze. Aber auch der Empfang, die Mittelzonen, Rückzugsmöglichkeiten für Mitarbeiter usw. sind heute von großer Bedeutung. Essenziel ist, dass sich die Struktur der Büroarbeitsplätze am Workflow der Nutzer orientiert, da sonst kein praxisorientiertes Arbeiten möglich ist - ebenso wird eine Verwaltung sonst nicht wirtschaftlich arbeiten können.

Achten Sie bitte bei nachstehenden Raumtypen auf folgendes:

1.1.1 Empfang und Wartebereich für Kunden

Der Standort des Empfangs ergibt sich aus dessen Nutzung. Er sollte immer dort platziert werden, wo die Kunden oder Besucher das Unternehmen betreten. 

Prinzipiell sollte darauf geachtet werden, dass die Empfangszone einen repräsentativen Charakter besitzt, schließlich gilt der Empfang als Visitenkarte eines Unternehmens.

Außerdem sollte bei der Planung bereits feststehen, ob es sich dort um einen temporären oder um einen dauerhaften Arbeitsplatz handelt.

1.1.2     Konferenzraum / Besprechungs- und Rückzugszonen

Hier ist die Erreichbarkeit für Mitarbeiter und Besucher das A und O. 

Auch die Art der Nutzung ist zu klären. Ist eine feststehende Konferenzanlage nötig oder wird der Raum multifunktional genutzt, also Tische je nach Belegung auf- und abgebaut?

Auch die Technik muss geplant werden. Hier gibt es heute fast uneingeschränkte Möglichkeiten. Davon ist abhängig, ob und mit welchen Mitteln der Raum verdunkelt werden muss.

Heute gibt es neben den klassischen Besprechungsräumen viele andere Möglichkeiten, um mit Mitarbeitern in Dialog zu treten. So plant man heute Mittelzonen für Kurzmeetings und informelle Treffen.

1.1.3     Arbeitsplätze

Sie sind das Herzstück eines jeden Verwaltungsgebäudes.

Hier gibt es die verschiedensten Möglichkeiten:

Vom klassischen Einzelbüro über das Zellen- und das Gruppenbüro bis hin zum Großraumbüro.

Diesbezüglich gibt es eine Vielzahl an gesetzlichen Vorgaben im Hinblick auf Mindestarbeitsflächen, Raumgrößen, Raumhöhen, Verkehrsflächen und Bewegungsflächen, die bei der Planung zwingend beachtet werden müssen und in der Planung umzusetzen sind. Bei Nichtanwendung haftet in jedem Fall der Arbeitgeber.

Besonders wichtig ist, dass Sie die die Arbeitsplätze parallel zum Fenster planen, sodass der Bildschirm in einem 90-Grad-Winkel zum Fenster steht. So vermeiden Sie direkte und indirekte Blendung.

Weiterführende Informationen zur konkreten Arbeitsplatzplanung finden Sie in Kapitel 4 – Planungscheck für Ihre Büroarbeitsplätze

1.1.4     Chefzimmer

Hier gilt: Erlaubt ist, was gefällt, da es im es im Vergleich zu den Mitarbeiterarbeitsplätzen keinerlei gesetzliche Regelungen bezüglich Raumgrößen, Farben, Anordnung der Arbeitsplätze usw. gibt. Das erlaubt Ihnen völlige Freiheit und Kreativität in Planung und Einrichtung.

1.1.5     Pausenraum & Küche

In Pausenzonen sollen sich die Mitarbeiter wohlfühlen und die Möglichkeit haben, neue Energie zu tanken. Die Zeiten von rein funktionalen Pausenräumen, ausgestattet mit einer Küche und einer Eckbank, sind vorbei. Heute planen wir Räume, in denen die Mitarbeiter kommunizieren können, aber auch Räume, in denen sie Rückzug und Entspannung finden. Neben dem Mobiliar spielen hier die Farbgestaltung, die Beleuchtung sowie die geschickte Integration von Pflanzen eine maßgebliche Rolle. Das Highlight ist ein an den Pausenraum angegliederter Außenbereich. Der Wohlfühlfaktor steht hier an erster Stelle.

 
1.1.6     Dokumente & Archivierung

Neben den Arbeitsräumen gilt es auch, Räume zu planen, in denen keine Mitarbeiter tätig sind. Diese werden in der Regel an weniger attraktiven Stellen im Gebäude geplant.

Allerdings muss sich der Nutzer die Frage stellen, ob und wieviel der teuren Gebäudefläche er für solche Funktionsräume aufwenden will, da es heute vielerlei elektronische Ablagemöglichkeiten gibt, die lediglich eine Festplatte oder eine Cloud benötigen.

1.2 Besonderheiten bei Großraumbüros

Beliebt sind heutzutage Großraumbüros, die in einzelne Bereiche gegliedert sind, sei es durch raumteilende Elemente oder durch Akustik-Trenner.

Für Mitarbeiter mit einem eigenständigen Arbeitsbereich beziehungsweise Mitarbeiter, deren Tätigkeit eine hohe Konzentration erfordert und die nicht abgelenkt werden dürfen, kann ein Einzel- oder Doppelarbeitsplatz sinnvoller sein. 

Bei der Planung eines Großraumbüros sollte zwingend darauf geachtet werden, dass dennoch jedem Mitarbeiter genügend Privatsphäre geboten wird. Es empfiehlt sich, gerade Mitarbeiter, die aus Einzel- oder Zellenbüros kommen, in die Planung mit einzubeziehen, da oftmals Angst vor Veränderungen besteht.

1.3   Raumgrößen / Raumhöhen 

Zu berücksichtigen ist einerseits die Größe der Räume. Zwar gibt es seit 2004 keine konkreten Angaben zur Mindestfläche mehr, jedoch bestehen Empfehlungen. Die Größe für Kleinraumbüros sollte 8–10 m² pro Arbeitsplatz betragen, für Großraumbüros 12–15 m². Die größere Fläche bei Großraumbüros ergibt sich aus dem größeren Bedarf an gemeinsam genutzten Verkehrswegen und Ressourcen.

Am besten machen Sie sich selbst ein Bild davon und werfen einen Blick auf unsere zahlreichen Referenzprojekte

Auch für die Raumhöhen in Arbeitsstätten bestehen Regelungen: 

Raumgröße bis 50 QuadratmeterRaumhöhe mindestens 2,50 m
Raumgröße über 50 QuadratmeterRaumhöhe mindestens 2,75 m
Raumgröße über 100 QuadratmeterRaumhöhe mindestens 3,00 m
Raumgröße über 2000 QuadratmeterRaumhöhe mindestens 3,25 m

Ebenso geregelt sind die Verkehrswege zum persönlichen Arbeitsplatz:

für 1 Mitarbeiter 60 cm breiter Zugang
für 2–5 Mitarbeiter87,5 cm breiter Zugang
für 6–20 Mitarbeiter100 cm breiter Zugang
für 21–100 Mitarbeiter120 cm breiter Zugang
für 101–300 Mitarbeiter180 cm breiter Zugang
ab 300 Mitarbeiter240 cm breiter Zugang

Grundsätzlich gilt:
Verkehrsflächen dürfen sich überlagern, Wegflächen hingegen nicht!

1.4   Warum nicht Desksharing?

Deskharing, zu Deutsch das Teilen von Arbeitsplätzen, ist die wohl günstigste   Möglichkeit, teure Büroflächen effektiver zu nutzen. Die Praxis zeigt, dass Arbeitsplätze häufig leer stehen, weil sich Mitarbeiter z.B. im Außendienst oder im Urlaub befinden. Die durchschnittliche Anwesenheit liegt in Deutschland bei 70 %. Auch bei Halbtagskräften ist das Desksharing ein gute Möglichkeit zur Kosteneinsparung. Der Nutzen für den Arbeitgeber liegt bei den geringeren Kosten für Miete, Nebenkosten (beispielsweise Heizkosten) und natürlich bei der Investitionssumme für das Mobiliar. Ganz wichtig dabei ist es, die Mitarbeiter in die Planung mit einzubeziehen, dann wiegt der Verlust des eigenständigen Arbeitsplatzes nicht so schwer. Abhilfe kann ein schön gestalteter Pausenraum oder eine andere Rückzugsmöglichkeit für die betroffenen Mitarbeiter schaffen.

2. IT Infrastruktur

Neben den Arbeitsplätzen spielt die Technik in unseren Büros eine immer größere Rolle.

Die Hardware, welche direkt am Arbeitsplatz benötigt wird, ist auch dort untergebracht. Weitere Geräte wie Zentralkopierer und Ähnliches müssen so angeordnet sein, dass sie von jedem Arbeitsplatz aus gut erreichbar sind. Idealerweise befinden sich dort auch der Papier- und Tonervorrat, die Postverteilung und vielleicht sogar ein kleiner Rückzugsbereich für kurze informelle Gespräche.

Bei der Frage, ob mit LAN und/oder W-LAN gearbeitet wird, sollten Sie einen IT Dienstleister zu Rate ziehen. 

3. Ergonomie und Wohlfühlfaktoren

3.1 Beleuchtung

Auch die Beleuchtung sollte bei der Büroplanung nicht vernachlässigt werden. Das richtige Licht schont die Augen und sorgt für eine bessere Konzentration.

Hier die wichtigste gesetzliche Regelung:

Die Arbeitsfläche muss mit 500 Lux ausgeleuchtet und blendfrei sein. Büroleuchten sollten sowohl direktes Licht (nach unten auf die Arbeitsfläche gerichtet) als auch indirektes Licht (in Richtung Decke) spenden. Während Hängeleuchten eine feste Position einnehmen, sind Stehleuchten flexibler.

Zur punktuellen Beleuchtung sind hingegen Schreibtischleuchten ideal, welche jeder Mitarbeiter individuell regeln kann. Bei dimmbaren Leuchten lässt sich zusätzlich die Helligkeit regulieren.

LED Leuchten erfreuen sich mittlerweile auch im Büro großer Beliebtheit. Das liegt einerseits daran, dass LED Leuchten äußerst energiesparend sind und andererseits keinerlei Wärme erzeugen.

In puncto Farbwahl sollten Sie auf kühlere Lichtfarben zurückgreifen, da diese konzentrationsfördernd wirken.

Weitere Informationen zum Thema Beleuchtung am Arbeitsplatz finden Sie hier: http://www.bueroforum.net/de/allgemein/licht.html

3.2 Akustik

Und wie steht’s mit Ihrer Akustik?

Gerade in Großraumbüros und Besprechungsräumen ist das Thema Akustik schon in der Planungsphase von zentraler Bedeutung. In Bereichen, in denen viel telefoniert oder besprochen wird, sollte der Geräuschpegel in jedem Fall durch geeignete Maßnahmen gesenkt werden.

Ideal sind Stellwandsysteme beziehungsweise hängende Akustiktrennwände – welche Variante die bessere ist, hängt von Ihren räumlichen Gegebenheiten ab.

Auch in diesem Punkt berät Sie unser Planungsteam (Link) umfassend und fachkundig. 

Generell kann der Mensch Geräusche zwischen 20 und 20000 Hz wahrnehmen. Die Sprache des Menschen ist auf den Frequenzbereich von 250–2000 Hz beschränkt, im Gegenteil zur Musik, welche den kompletten Frequenzbereich abdeckt.

Ab einer Frequenz von 55 dB fällt es schwer, sich zu konzentrieren (zum Vergleich: Eine normale Unterhaltung zwischen zwei Personen kommt auf ca. 60 dB).

Ab 80 dB gibt es eine gesetzliche Regelung zur Reduzierung des Frequenzbereiches und bereits ab 100 dB kann es zu irreversiblen Schäden des Gehörs kommen.

Neben dem Schalldruckpegel spielt auch die Nachhallzeit (= die Zeit von der Entstehung des Geräusches bis zur Wahrnehmung) eine Rolle. Hier gilt: Je kürzer die Nachhallzeit, desto geringer ist die Lärmbelastung für den Menschen.

Die optimale Nachhallzeit für Büros liegt bei 0,55 Sekunden, in Konferenzräumen bei weniger als einer Sekunde. Wie Sie eine ideale Raumakustik erreichen und weiterführende Hintergrundinformationen rund um das Thema Akustik finden Sie hier: www.bueroforum.net/de/allgemein/akustik.html

3.3   Belüftung, Heizung und Elektrifizierung

Hier ist in erster Linie der Architekt gefragt.

Es gibt die unterschiedlichsten Arten und Möglichkeiten der Belüftung. Angefangen von einer natürlichen Belüftung durch Fenster über die elektrische Belüftung bis hin zur Vollklimatisierung.

Ebenso gibt es die verschiedensten Möglichkeiten des Heizens. Die gängigsten sind hier klassische Heizkörper unterhalb der Fenster sowie die Fußbodenheizung.

Auch muss die Frage der Elektrifizierung abgeklärt werden. Hier bieten sich Brüstungskabelkanäle oder Fußbodentanks - idealerweise in einem Doppelboden verlegt - an.

3.4 Bodenbeläge

Man unterscheidet zwischen sogenannten harten und weichen Böden.

Unter weiche Böden fallen alle Arten von Teppichböden, unter harte Böden Materialien wie Estrich, Laminat, Parkett, Fließen oder Naturstein.

Der Vorteil weicher Böden liegt eindeutig in deren akustischer Wirkung, der Vorteil harter Böden in der leichteren Pflege - sie sind somit hygienischer.

Deshalb sollten im Eingangsbereich vor allem harte, gut zu reinigende Böden geplant und verbaut werden.

3.5 Durchgängiges Designkonzept

3.5.1     Farbgestaltung

Die Wirkung von Farbe im Büro ist nicht zu unterschätzen, hat sie doch großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Eine gut ausgewogene Atmosphäre im Raum fördert nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. 

Wichtig dabei ist, auf Farben mit glänzenden Oberflächen zu verzichten und stattdessen matte zu wählen, da diese das Blenden der Mitarbeiter verhindern. 

3.5.2     Wohlfühlfaktor einbinden 

Der Wohlfühlfaktor im Büro fördert unser Denken.

Wenn die Mitarbeiter sich wohlfühlen, also in einer angenehmen Atmosphäre arbeiten, arbeiten sie mit mehr Freude, haben weniger Ängste und verspüren weniger Druck.

Oftmals herrscht in diesem Fall unter den Kollegen eine bessere Stimmung, der Umgang ist lockerer und dadurch die Leistungsbereitschaft höher.

Das alles sind weiche Faktoren, welche die Bindung an das Unternehmen stärken.

Neben der bereits thematisierten Farbgestaltung spielen hier auch Pflanzen, Dekoration und die Verwendung natürlicher Materialien eine wichtige Rolle. 

Bestärken Sie Ihre Mitarbeiter zudem, persönliche Utensilien am Arbeitsplatz zu platzieren. Erst die Menschen in einem Büro erwecken dieses zum Leben.

3.5.3    Schaffung von Arbeitswelten

Die Summe der gut geplanten Bereiche in einem Unternehmen - vom Empfang über Mittelzonen und Besprechungsräume bis hin zu Kommunikationszonen - schafft im Optimalfall eine gut funktionierende Arbeitswelt.

4.    Planungscheck für Ihre Büroarbeitsplätze

4.1 Büroeinrichtung – Möbel & Design

4.1.1 Bürostühle

Ein guter Bürostuhl sollte nicht nur schön anzusehen sein, sondern auch über eine hervorragende Ergonomie verfügen.

Neben einer höhenverstellbaren Sitzfläche sollten auch Rückenlehne, Armlehnen und Sitztiefe individuell einstellbar sein.

Dazu gibt es verschiedene Arten der Mechanik. Die wohl verbreitetste ist die Synchronmechanik. Diese koppelt die Neigung der Rückenlehne an die Neigung der Sitzfläche, in der Regel im Verhältnis 3:1. Lehnt sich der Benutzer zurück, neigen sich Rückenlehne und Sitzfläche ebenfalls nach hinten. Solche Stühle sind sowohl für die Wirbelsäule als auch für die Bandscheiben eine Wohltat.

Positiver Nebeneffekt: die Synchronmechanik verhindert den sogenannten „Hemdauszieheffekt“, das Hemd rutscht somit nicht ungewollt nach oben. Abgesehen von der Synchronmechanik  gibt es noch verschiedene asynchrone Mechaniken wie zum Beispiel die Wippmechanik oder die Balanced Movement Mechanik. Diese spielen aber eher eine untergeordnete Rolle. 

Verfügt der Bürodrehstuhl über eine sogenannte Lordosenstütze, ist das schon die halbe Miete. 

Eine Lordosenstütze ist eine individuell einstellbare Rückenstütze zur perfekten Anpassung der Rückenlehne an die Wirbelsäule. Für den Fall, dass Sie sich für einen Arbeitsstuhl mit komfortablen Armlehnen entscheiden, sollten diese auf jeden Fall höhen- und breitenverstellbar sein, gerne auch mit schwenkbarer Auflage, sogenannten 3D-Armlehnen.

Nicht zu vergessen: die Rollen.

Hier gilt die Devise: Harte Rollen für weiche Böden, wie zum Beispiel Teppichböden, weiche Rollen für harte Böden wie zum Beispiel Parkett, Stein oder Linoleum. 

Lassen Sie sich bei der Wahl Ihrer Bürostühle Zeit. Sie sollten immer daran denken, dass diese zu den wichtigsten Möbelstücken im Büro zählen und sowohl zur Rückengesundheit als auch zur Motivation Ihrer Mitarbeiter einen Beitrag leisten.

Wie Sie Ihren Bürostuhl korrekt einstellen, zeigen wir Ihnen hier: http://www.bueroforum.net/de/allgemein/ergonomie.html

4.1.2     Schreibtische / Arbeitstische 

Die Mindestfläche für Schreibtische ist mit 1,28 Quadratmetern gesetzlich festgelegt. Diese gilt gleichermaßen für Bildschirmarbeitsplätze wie auch für Büroarbeitsplätze ohne Bildschirm. 

Gemäß BGI 650 (BGI  = Berufsgenossenschaftliche Informationen) ist nur eine einzige Ausnahme erlaubt:

Wenn ausschließlich am Bildschirm gearbeitet wird, ist eine Tischbreite von 120 cm ausreichend.

Bei der Berechnung der Flächen, zum Beispiel bei Tischkombinationen, dürfen nur Tische mit einer Mindesttiefe von 80 cm zur Berechnung herangezogen werden. 

Die Tischtiefe bei Bildschirmarbeitsplätzen ist einerseits abhängig von der Größe des Bildschirms und andererseits vom Abstand des Betrachters zum Bildschirm. Hier gilt folgende Faustregel: Bei 17-Zoll-Monitoren sollte der Abstand 70 cm betragen, bei 19-Zoll-Monitoren 80 cm und bei 21-Zoll-Monitoren mehr als 80 cm. 

Die Tischtiefe lässt sich hingegen mit einer Formel leicht berechnen: Abstand der Augen zum Monitor + Monitortiefe. Auch die Tastatur und die Computermaus (Breite ca. 50 cm, Bedienradius der Maus ca. 20 x 20 cm) sollten in die Planung mit einbezogen werden. Das ergibt eine Breite der Eingabefläche von ca. 80 cm.

Aber Achtung:

Beim dauerhaften Einsatz eines Laptops oder Notebooks fordert der Gesetzgeber den Einsatz einer externen Tastatur sowie einer externen Maus. Somit erfolgt die Tiefenberechnung genau wie beim Einsatz eines PCs. Der Gesetzgeber erlaubt hier Tische mit fixer Höhe, höheneinstellbare Tische und höhenverstellbare Tische:

Wird eine fixe Tischhöhe gewählt, muss diese 72 cm betragen.

Höheneinstellbare Tische müssen gemäß der neuen EU-Norm im Bereich von 65 bis 85 cm einstellbar sein.

Höhenverstellbare Tische - verstellbar mittels Kurbel, Gasfeder oder Elektromotor - sind in der Regel im Bereich von 60 bis 130 cm verstellbar und ermöglichen so den Wechsel zwischen der Arbeit im Sitzen und der im Stehen. 

Arbeitstische können vertikal und horizontal sowie mittels Kabelkanälen elektrifiziert werden. Die Tische werden dabei mit speziell abgeschirmten

3-fach-Steckdosen ausgestattet. Kabeldurchlässe innerhalb der Tischplatte ermöglichen das Hochführen der jeweiligen Kabel. Computer sollten hingegen in sogenannten CPU-Haltern verstaut werden, welche unterhalb des Schreibtisches befestigt werden. Diese erlauben eine gute Bedienbarkeit und der Fußboden lässt sich gut reinigen, da die CPU-Halter – und somit auch die Computer – einige Zentimeter über dem Boden angebracht sind. 

Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass die elektronischen Geräte in puncto Format zu Ihrem Schreibtisch passen.

Die gesetzliche Abschreibungsfrist von Büromöbeln beträgt 13 Jahre. Computer & Co. werden spätestens nach 5 Jahren abgeschrieben und somit weitaus schneller ersetzt.

Sie sollten dabei stets im Hinterkopf behalten, dass neue Monitore häufig ein größeres Format aufweisen, Drucker und CPUs hingegen eher „kleiner“ werden.

Zusatzgeräte wie Drucker, Fax oder Scanner verursachen außerdem Wärme, Schwingungen und Elektrosmog.

Aus diesem Grund sollten Sie für einen ausreichenden Abstand zwischen dem Arbeitsplatz und den Peripheriegeräten sorgen.

Last but not least: Greifen Sie unbedingt auf eine blendfreie Tischoberfläche zurück.

4.1.3     Welcher Schreibtisch / Arbeitstisch für welche Tätigkeit? 

Welcher Schreibtisch der richtige ist, hängt ganz davon ab, welche Tätigkeit  ausgeübt wird.

Man unterscheidet zwischen manuellen Tätigkeiten auf der einen Seite, wie zum Beispiel der Bearbeitung der Post, dem Lesen, Telefonieren, Schreiben, Zeichnen und der Bildschirmarbeit auf der anderen Seite.

Wie viel Platz man benötigt, hängt von den verwendeten Arbeitsmitteln ab – wie zum Beispiel Ordnern. Ein aufgeschlagener Ordner verfügt über eine Breite von ca. 60 cm und eine Höhe von ca. 35 cm.

Heutzutage findet in der Regel ein ständiger Wechsel zwischen manueller Arbeit und Bildschirmarbeit statt, man nennt dies belegorientiertes Arbeiten. 

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, die Arbeitsbereiche bewusst zu trennen.

So findet die Bildschirmarbeit im Sitzen am Schreibtisch statt, das Telefonieren im Stehen, etwa an einem Stehpult. Gesundes Arbeiten sieht ohnehin den permanenten Wechsel zwischen stehender und sitzender Tätigkeit vor. 

Einer oder mehrere?

Generell unterscheidet man zwischen Einflächenarbeitsplätzen und Mehrflächenarbeitsplätzen.

Beim Einflächenarbeitsplatz arbeitet ein Mitarbeiter an einem Tisch, bei Mehrflächenarbeitsplätzen sind zwei Tische durch eine Verbindungsplatte miteinander gekoppelt.

Der Einflächenarbeitsplatz punktet durch Beinfreiheit, einen günstigeren Preis und eine durchgängige Arbeitsplatte ohne Stöße.

Die Vorteile des Mehrflächenarbeitsplatzes sind folgende:

Durch die beiden Tische lassen sich einzelne Aufgaben gut auf der Arbeitsfläche aufteilen. Außerdem sind unterschiedliche Arbeitshöhen möglich, angepasst an die jeweiligen Arbeitsbereiche.

Heutzutage werden Arbeitsplätze häufig durch eine dritte Ebene ergänzt. Das schafft nicht nur eine zusätzliche, horizontale Ablagemöglichkeit, sondern dient zugleich der Schallabsorption. 

Zum Greifen nah: Arbeitsmittel wie Unterlagen, Ordner und Hängeregister finden in einem Rollcontainer oder in einem ‚Mobi‘ Platz. 

4.1.4    Besprechungen am Arbeitsplatz 

Spontan-Meetings am Arbeitsplatz?

Mit dem passenden Schreibtisch kein Problem! Man unterscheidet hier zwischen freistehenden Besprechungstischen sowie fest mit dem Arbeitstisch verbundenen Besprechungsansätzen.

Ab einer Belegung von vier Personen sollte immer ein separater Besprechungstisch eingesetzt werden (pro Besucher rechnet man eine Sitzbreite von 80 cm).

Ein weiteres Entscheidungskriterium ist die Besprechungsdauer – Kurzbesprechungen werden gerne im Stehen an einer sogenannten ‚Bench‘ abgehalten, längere Besprechungen eher im Sitzen.

Wenn ein Computer benötigt wird und die Besprechung direkt am Arbeitsplatz stattfindet (z.B. während eines Kundengesprächs in einer Bank, Krankenkasse oder Agentur), ist auch die Sitzposition von entscheidender Bedeutung. 

4.1.5     Bewegungsflächen und Benutzerflächen 

Die BGI schreiben auch die Bewegungsflächen rund um den Arbeitsplatz sowie die Benutzerflächen vor. Hier die wichtigsten Punkte:

Hinter dem Arbeitsplatz muss eine mindestens 1,5 Quadratmeter große Bewegungsfläche vorhanden sein.

Für Tätigkeiten, die im Sitzen ausgeführt werden, muss der Rückraum eine Mindesttiefe von 100 cm haben, bei stehenden Tätigkeiten 80 cm.

Für Besucher sollte im Rückraum eine Bewegungstiefe von 80 cm nicht unterschritten werden.

Der Flächenanspruch vor Schränken entspricht dem bei Arbeitsplätzen. Das heißt, einer Fläche von 100 cm, wobei der Sicherheitsabstand von 50 cm hier bereits mit eingerechnet ist.

4.1.6    Büroschränke / Aktenschränke 

Für Akten und Büroutensilien gibt es unterschiedliche Stauraum-Lösungen. Sie haben die Wahl zwischen folgenden Schranktypen:

  • Regale
  • Drehtürenschränke
  • Schiebetürenschränke
  • Querrollladenschränke
  • Hängeregistraturschränke
  • Garderobenschränke
  • Stahlschränke

Je nach Schranktyp bieten wir die folgende Breiten für die Planung an: 40/60/80/100/120/140/160 cm, die Tiefen betragen ca. 40 bzw. 60 cm.

Bei Büroschränken nennt man das Höhenmaß „Ordnerhöhen“. Es gibt insgesamt 6 Ordnerhöhen: 1/2/3/4/5/6.

1 Ordnerhöhe bedeutet, dass ein hochkant aufgestellter Ordner hineinpasst; bei 2 Ordnerhöhen passen zwei Ordner hinein usw. 

Insofern Sie vertrauliche Dokumente in Ihren Schränken lagern, können Sie diese mit Schlössern ausstatten. Die Einlegeböden bestehen entweder aus Holz oder aus Stahl, der Sockel ist immer aus Stahl gefertigt. Optional bestellbare Hängeregistraturen oder Kleingefacheinsätze sorgen im Schrankinneren für Ordnung.

 

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